Wirtschaftliches Handeln
im Einklang mit Umwelt
und Gesellschaft

Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft

Unser Nachhaltig­keits­ansatz

Wir fördern die nachhaltige Entwicklung auf der ökologischen, sozialen und ökonomi­schen Ebene gemäss den Zielen der Vereinten Nationen. Unser Engagement erfolgt über unsere Produkte und Dienstleistungen, Mitglied­schaften, Beteili­gungen und Sponsoring-Engagements sowie in der Umsetzung im Bankbetrieb.

Nachhaltigkeit bildet eine integrierte Dimension unseres Geschäftsmodells. Das bedeutet, dass wir bei unseren Aktivitäten ökologische, soziale und ökonomische Kriterien miteinbeziehen und unsere Tätigkeit an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) ausrichten. Einen besonderen Fokus setzen wir dort, wo wir mit unserem Handeln eine grosse Wirkung für die Gesellschaft und Umwelt erzielen können: Den grössten Einfluss üben wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen aus. So gehören wir im Bereich der nachhaltigen Anlagen zu den Pionierinnen und ermöglichen unseren Kundinnen und Kunden seit nunmehr 20 Jahren verantwortungsbewusstes Investieren. Ausserdem fördern wir klimafreundliches Bauen und Renovieren, indem Immobilienbesitzer mit unserem ZKB Umweltdarlehen während fünf Jahren eine Zinssatzreduktion auf der gewählten ZKB Festhypothek erhalten. Schliesslich finanzieren wir mit Risikokapital Start-ups, die energieeffiziente und ressourcenschonende Produkte und Dienstleistungen entwickeln.

Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung Nachhaltigkeit bildet eine integrierte Dimension unseres Geschäftsmodells. Dabei orientieren wir uns an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung.

Darüber hinaus setzen wir uns mit Partnerschaften und Mitglied­schaften in Verbänden, Vereinen und Netzwerken für eine stärkere Verankerung der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft ein. Dazu tragen auch die Projekte aus unseren über 150 Sponsoring-Engagements bei, welche mit Naturerlebnissen und nachhaltigen Mobilitätskonzepten das Umwelt­bewusst­sein fördern. Unser Reporting erstellen wir nach den Vorgaben Zieler­reichung.

Auch in unserem Bankbetrieb fördern wir Nachhaltigkeit und leben sie als Teil unserer Unternehmenskultur. Wir reduzieren kontinuierlich unsere CO2-Emissionen, setzen auf eine regionale Wert­schöp­fungs­kette und legen grossen Wert auf optimale Bedingungen für unsere Mitarbeitenden.

Es ist unsere Ambition, unsere Kundinnen und Kunden auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft zu begleiten. Damit tragen wir zur Erreichung des Ziels des Bundesrats bei, bis im Jahr 2050 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr auszustossen.

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Interview mit Prof. Dr. Thomas Stocker, Klimaforscher

«Der Klimawandel wird das Gesicht der Schweiz verändern»

Thomas Stocker zählt zu den renommiertesten Klimaforschern der Schweiz. Er ist Professor an der Universität Bern und leitet die Abteilung für Klima- und Umweltphysik. Er war Vorsitzender der Arbeitsgruppe I des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Unter dessen Federführung entstand 2013 der Klimabericht, der massgeblich den Weg für das Pariser Klima­abkommen von 2015 geebnet hat. Ausserdem ist er Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats «Anlagen» der Zürcher Kantonalbank. – Ein Gespräch über den menschengemachten Klimawandel, die Rolle der Politik und Wirtschaft und das Engagement der Jugend.

Herr Stocker, Sie erforschen den Klimawandel und das Umweltsystem. Wie weit erlaubt Ihnen Ihre Forschung einen Blick in unsere Klimazukunft?

Dank der Analyse von Eisbohrkernen, Baumringen oder auch Tropfsteinen können wir die klimatischen Bedingungen der Vergangenheit erforschen und die Treibhausgaskonzentrationen vor dem Eingriff des Menschen in das Klima bestimmen. Gleichzeitig entwickeln wir mit diesen Daten Klimamodelle, mit denen wir Projektionen für die Zukunft berechnen. Heute steht die Frage im Zentrum, wie warm es im 21. Jahrhundert wird.

Wie lautet Ihre Projektion?

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur weltweit um ein Grad angestiegen. In der Schweiz sind es sogar 1,8 Grad. Wie es weitergehen wird, hängt von unseren heutigen Entscheidungen ab. Gelingt es, den Übergang von Öl, Kohle und Gas auf erneuerbare Energieträger rasch zu vollziehen, dann kann die Klimaerhitzung auf global 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Andernfalls werden wir die Pariser Klimaziele verfehlen, die Erwärmung wird sich beschleunigen und alle dadurch verursachten Auswirkungen, wie Dürren, Hitzewellen, Starkniederschläge oder der Meeresspiegelanstieg, werden zunehmen.

Trotz dieser Entwicklung treten die USA vom Klima­abkommen von Paris zurück. Frustriert Sie dies?

Natürlich, denn die wissenschaftlichen Fakten sind klar. Sie sind im IPCC-Klimabericht von 2013 festgehalten und die Zusammenfassung wurde von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet. Durch den Entscheid der USA wird es schwieriger, besonders das ehrgeizigere 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Vergessen wir nicht, dass dieser Entscheid für die USA selbst innovativen Stillstand bedeutet. Länder mit klaren und ambitionierten Klimazielen werden in Green Technology und Clean Energy investieren, die USA bleiben stehen und werden noch weiter ins Hintertreffen geraten. Allerdings gibt es US-Bundesstaaten, zum Beispiel Kalifornien, wo die Klimakrise seit einiger Zeit im Fokus der Bevölkerung und des Gesetzgebers ist. Dadurch hat Kalifornien Gesetze, die den Klimaschutz deutlich fördern, zum Beispiel Limiten für Emissionen von Fahrzeugen. Entgegen gängigen Behauptungen hat das überhaupt nicht zu einem Wettbewerbsnachteil geführt, im Gegenteil.

Auch innerhalb der EU ist der Weg bei der Umsetzung des Pariser Abkommens steinig. Woher kommt diese Skepsis?

Das Pariser Abkommen strebt sehr ambitionierte Ziele an. Um diese zu erreichen, muss man konsequent auf erneuerbare Energien umstellen. Das ist kein simpler Schritt und stösst natürlich auf Widerstand. Für diese Transformation braucht es alle Kräfte in der Gesellschaft und insbesondere das Verständnis, dass es sich nicht um eine Frage von links-rechts oder progressiv-konservativ handelt. Denn die Klimakrise ist keine Parteienfrage, sondern sie betrifft uns alle.

«Die engagierte Jugend hat Klimaschutz auf die politische Agenda unseres Landes gebracht. Das habe ich in den letzten 20 Jahren nicht erlebt.»

Verursacht wird sie jedoch nicht von allen im gleichen Mass. Was versteht man unter Klimagerechtigkeit?

Diese lässt sich anhand des sogenannten Kohlenstoffbudgets abschätzen. Das Budget setzt sich aus der Gesamtheit der seit der Industrialisierung ausgestossenen CO2-Emissionen zusammen und bestimmt, wie viel noch übrig ist, um eine vereinbarte Erwärmungsgrenze nicht zu überschreiten. Man weiss heute, dass Europa und die USA seit Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als die Hälfte dieses Gesamtbudgets verbraucht haben. Sich schnell entwickelnde Länder wie China oder Indien haben historisch gesehen einen viel geringeren Anteil zu verbuchen. Als neue grosse Emittenten spielen sie jedoch eine zentrale Rolle, denn sie reduzieren das verbleibende Budget rascher.

Wie gross ist der Einfluss des Menschen auf das Klima tatsächlich?

«Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist klar.» Das ist der Satz im IPCC-Bericht von 2013, im Konsens akzeptiert von allen Staaten. Die Evidenz ist eindeutig: Misst man die Temperaturen der letzten fünfzig Jahre, das Abschmelzen Grönlands und der Antarktis, der Anstieg des Meeresspiegels, oder wirft man einen Blick auf die Statistiken der Hitzewellen der letzten 30 Jahre weltweit, sprechen diese eine deutliche Sprache: Durch die Emissionen von Treibhausgasen hat der Mensch messbar das Klima verändert.

Wie fest trifft der Klimawandel die Schweiz?

Der Klimawandel wird die Schweiz verstärkt treffen und das Gesicht unseres Landes verändern. Wir sehen bereits heute rapide Veränderungen im Alpenraum, den Rückzug der Gletscher, das Schmelzen des Permafrosts, die Verkürzung der Winter und die jahreszeitliche Verlagerung von Regen- und Schneefällen.

Vegane Ernährung, Elektroautos, Kompensation des CO2-Ausstosses – packt man die Probleme damit an der Wurzel?

Diese und viele andere Massnahmen sind ganz wichtige Beiträge, aber sie allein lösen das Problem nicht. Die Bewältigung der Klimakrise kann nur durch die vollständige Ablösung der fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien gelingen. Für die Schweiz heisst das: ein konsequenter Absenkpfad, der durch politische Entscheidungen und Gesetze ermöglicht wird. Gleichzeitig hat die Schweiz die einmalige Chance, für Innovationen im Clean- und Green-Technology-Bereich wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen und Geld zur Verfügung zu stellen. Das schafft neue Arbeitsplätze. Und schliesslich ist auch unser persönlicher Konsum entscheidend.

Im Labor untersuchen Thomas Stocker und sein Team Eisbohrkerne, die sie auf Expeditionen gewinnen, um Daten über die Treibhausgaskonzentration auf unserem Planeten zu sammeln, die bis zu 800’000 Jahre zurückliegen.

Welche Rolle spielen Unternehmen in der Klimadebatte und Umsetzung?

Eine zentrale Rolle, vor allem wenn sie sich, vertreten durch ihre Verbände, in der politischen Arbeit konsequent für den Klimaschutz engagieren. Es ist leider so, dass einige dieser Verbände bisher Klimaschutzmassnahmen oder -gesetze bekämpft und am Status quo festgehalten haben. Diese Organisationen haben aber gerade in der Schweiz ein grosses politisches Gewicht. Sie sollten sich dafür einsetzen, dass die Schweiz Rahmenbedingungen erhält, die eine Beschleunigung der Innovationen zum Klimaschutz bewirken und damit unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft sicherstellen.

Und der Finanzplatz Schweiz?

Es ist klar, dass auch die Strategien im Finanzsektor kompatibel sein müssen mit den Entscheiden der Politik und Gesellschaft, insbesondere mit dem Klima­abkommen von Paris. Dies betrifft zum Beispiel Investitionen in neue Ölpipelines, Sand- oder Kohleabbau, die eindeutig nicht vereinbar sind mit dem Ziel des Klimaabkommens, die CO2-Emissionen bis in etwa 30 Jahren zu eliminieren. Mit seinem Einfluss auf die Lenkung der Finanzflüsse hat der Finanzplatz Schweiz eine immense Hebelwirkung in dieser Frage.

Der Klimawandel ist ein Thema, das die Menschen bedrückt.

Inzwischen müssen wir über eine Klimakrise sprechen, die es zu bewältigen gilt. Das bedeutet aber auch die wohl grösste ökonomische Chance des 21. Jahrhunderts. Wir haben 150 Jahre lang auf alte Technologien wie Kohle und Erdöl gesetzt. Das hat enormen Fortschritt für die ganze Welt gebracht. Jedoch stellen wir nun die grossen und zum Teil irreversiblen Schäden fest, die der Verbrauch fossiler Energieträger und die weltweite Konsumspirale verursachen. Das muss nicht so sein, denn es stehen uns genug alternative Energieträger zur Verfügung. Für diesen Umbau sind aber grosse Neuinvestitionen in unsere Infrastruktur und in klimaneutrale Technologien notwendig. Ich denke an Plus-Energiehäuser, die Entwicklung von rezyklierbaren Batterien oder synthetischen Treibstoffen zum Fliegen sowie an Investitionen in eine konsequente Kreislaufwirtschaft zum Schutz der endlichen Ressourcen. Da sprechen wir über neue Arbeitsplätze, neue Firmen, neue Geschäftsmodelle und neue Märkte.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Generationen bezüglich Klimadebatte?

Ein Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen: Es engagiert sich eine neue Generation – die zum Teil noch nicht einmal stimmberechtigt ist – äusserst effektiv für den Klimaschutz. Die Bewegung «Fridays for Future» hat die gesamte politische Debatte in unserem Land und weltweit massiv beschleunigt und die Bewältigung der Klimakrise zum Thema Nummer 1 gemacht. 

Interview: Daria Tamagni

Nachhaltigkeitsbeirat «Anlagen» der Zürcher Kantonalbank
Prof. Dr. Thomas Stocker ist eines von vier Mitgliedern des externen Nachhaltig­keits­beirats «Anlagen» der Zürcher Kantonalbank. Der unabhängige Beirat wacht über die nachhaltigen Anlagepro­dukte und unterstützt die konzeptionelle Weiterentwicklung der Nachhaltig­keitsansätze und der entsprechenden Anlageprodukte.

Wildnispark Zürich

Hüterin der Wildnis

Einst schnitt Nicole Aebli akkurat die Buchs­bäume eleganter Villen. Heute sorgt sie im Wildnispark Zürich dafür, dass Fauna und Flora sich entfalten und Besucher die Natur geniessen können.

Es ist still im Sihltal. Noch ist die Morgenluft frisch, obwohl ein weiterer Hitzetag bevorsteht. Nicole Aebli prüft im kühlen Schatten des Verwaltungsgebäudes mit einem raschen Blick nach hinten ins Auto, ob alles für den heutigen Rundgang dabei ist. Seit zehn Jahren bricht sie jeden Morgen bei Wind und Wetter auf und hat ein waches Auge auf die Infrastruktur und Natur des Wildnisparks. Heute geht es los in Richtung Walderlebnispfad. Auf der zwei Kilometer langen Runde kann der Wald an zwölf Erlebnisstationen mit allen Sinnen erkundet werden: Barfusspfad, Waldxylophon oder Jahrringe Zählen sind nur einige der Angebote. Die zwölf Stationen zu warten, steht einmal pro Woche auf dem Programm des vierköpfigen Rangerteams.

«Routine gibt es in meinem Job fast nicht.»

Der Wagen ächzt die erste heftige Steigung hoch, das grüne Blätterdach des Sihlwalds schliesst sich über ihm. Kaum eingestiegen, auch schon wieder ausgestiegen: An der Feuerstelle «Im Erlenmoos» sammelt Nicole Aebli mit der Abfallzange routiniert einige Papierchen, Verpackungen und PET-Flaschen auf. Auch die Asche des letzten Grillfeuers schaufelt sie in den grossen Abfallsack. Ihr Blick schweift ins Gebüsch, wo sie prompt ein paar aus ihren Töpfen gerissene Balkonpflanzen findet. «Einmal hat jemand seine ganze Hanfplantage hier im Wald entsorgt – abgeerntet, versteht sich», erzählt die Rangerin. Auch einem entsorgten Kühlschrank ist sie im Wald schon begegnet.

Ein schmaler Spazierpfad schlängelt sich rund um eine Lichtung mit einer Riedfläche. Hier erforschen Studierende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften eine Glühwürm­chenpopu­lation, was an ein paar Holzstäben zwischen den Riedgräsern sichtbar wird. «Solche Forschungsprojekte finde ich hochinteressant, weil der Wildnispark dadurch ebenfalls wichtige Erkenntnisse gewinnt über die Tier- und Pflanzenarten auf seinem Gebiet», erklärt Nicole Aebli. Unterwegs auf dem stellenweise fast zugewucherten Pfad reisst die Parkrangerin immer wieder ein paar Pflanzen aus. Sie haben klingende Namen wie Goldrute, Sommerflieder oder Berufkraut, verdrängen jedoch als «eingeschleppte» Neophyten oder andere Fremdpflanzen durch ihre aggressive Verbreitung einheimische Stauden und Bäume. Die Ranger des Wildnisparks organisieren deshalb jährliche Aktionstage mit Unterstützung von Vereinen oder Unternehmen. «Diese Arbeitseinsätze sind Gold wert, weil wir gemeinsam an einem Tag mehrere Tonnen der unerwünschten Pflanzen eliminieren», so Nicole Aebli.

«Forschungsprojekte im Wald sind hochinteressant, weil der Wildnispark dadurch wichtige Erkenntnisse gewinnt.»

Leidenschaft für die Artenvielfalt

«Wir haben einen Abraeus parvulus gefun­den – erst das zweite Exemplar des Käfers in der ganzen Schweiz.»

Alle Pfade des Sihlwalds müssen regelmässig gepflegt, Hineinwachsendes gestutzt und den Weg blockierende Äste oder Baumstämme weggeräumt werden. Jenseits der Wege jedoch ist die Natur sich selber überlassen – das ist Konzept. Der Sihlwald ist ein Naturwald, dessen Anteil an Totholz viel höher ist als in einem Wirtschaftswald. Totholz ist sehr wichtig für die Existenz zahlreicher Pilze, Flechten, Moose oder Insektenarten, die sich darin einnisten, es bearbeiten und zersetzen. Noch unberührter als ein Naturwald sind nur Urwälder, die per Definition nie vom Menschen bewirtschaftet werden. Seit 2010 ist der Sihlwald ein vom Bund anerkanntes Naturschutzgebiet mit dem Label «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung», das 2019 rezertifiziert wurde.

Wie sehr Nicole Aebli Fauna und Flora des Sihlwalds am Herzen liegen, zeigt sich an ihren leuchtenden Augen, wenn sie von einer neu im Park entdeckten Art schwärmt: «Der Abraeus parvulus ist eine Käferart, die nur einen Millimeter gross wird. Es ist erst das zweite Exemplar des Käfers in der ganzen Schweiz – ein Top-Fund für den Wildnispark.» Sie deutet auf eine längliche Öffnung im Baum und erklärt: «Das ist das Nest eines Schwarzspechts. Nachdem er gebrütet hat, wird es von anderen Tieren wie Siebenschläfern oder Hornissen genutzt.» Die gelernte Staudengärtnerin ist auch ausgebildete Natur- und Umweltfachfrau, Feldornithologin und Naturpädagogin. Ihr Wissen über die vielfältigen Lebensformen des Waldes hat sie über die Jahre ständig erweitert. Auch privat bewegt sich die zweifache Mutter sehr gerne draussen mit ihrer Familie.

«Man lernt viel über Menschen bei Begegnungen im Wald.»

Aktiver Austausch mit Parkbesuchern

Bei der Station «Moorwald» des Erlebnispfads beginnt Nicole Aebli plötzlich auf dem Holzsteg herumzuhüpfen – ein Anflug von kindlichem Übermut? Nicht ganz: «Ich muss den Zustand der Bretter überprüfen, um beschädigtes Holz frühzeitig erkennen und ersetzen zu können», erklärt die Rangerin. Da ist schon mal eine stärkere Belastungsprobe nötig. Die Parkbesucher sollen den Wald sicher und hindernisfrei erkunden können. Der Austausch mit den Wanderern, Bikern oder Spaziergängern ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil von Nicole Aeblis Beruf. Freundlich unterhält sie sich mit einem Hundebesitzer, der sein Tier vorschrifts­gemäss angeleint hat. Wenig später plaudert sie mit einem älteren Paar, das mit Fahrrädern unterwegs ist. «Man lernt viel über Menschen und meistens sind die Begegnungen positiv. Einzig mit den Bikern haben wir zurzeit Differenzen – doch wir sind im Gespräch miteinander», berichtet die Parkrangerin.

Zu den bleibenden Momenten zählt, wenn sich Parkbesucher bei ihr für ihre Arbeit im Wald bedanken. Oder wenn sie bei einer Gruppenführung im Wald spontan zwei junge Dachse beobachten kann, die sich – etwas leichtsinnig – aus ihrem Versteck hervorgewagt haben. «Routine gibt es in meinem Job fast nicht. Es wird mir nie langweilig», schwärmt Nicole Aebli. Sagt es und parkt den Pick-up vor dem Geräte­schuppen, räumt die Werkzeuge aus und entsorgt die im Wald verbliebenen Überreste der menschlichen Zivilisation. 

Text: Franziska Imhoff

Engagiert für die Natur
Der Wildnispark Zürich ist eine einzigartige Kombination aus Wald, Wildnis und Wildtieren, bestehend aus dem Tierpark Lan­genberg und dem Sihlwald. Seit 2010 ist der Sihlwald der erste «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung» in der Schweiz mit offiziellem Label. Indem wir den Wildnispark als langjährige Hauptsponsorin unterstützen, leisten wir einen nachhaltigen Beitrag an die Umwelt und fördern ein vielfältiges Naturerlebnis für die breite Öffentlichkeit.